Nachschlagewerk
Feuerwehr-Glossar
Was bedeutet eigentlich HLF, Riegelstellung oder Bereitstellungsraum? Hier erklären wir wichtige Begriffe aus Feuerwehr, Brandschutz und technischer Hilfe in verständlicher Sprache.
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A
- ABC-Einsatz
- Einsatz mit atomaren beziehungsweise radioaktiven, biologischen oder chemischen Gefahren. Er erfordert besondere Absperr-, Schutz-, Mess- und Dekontaminationsmaßnahmen.
- Absperrbereich
- Von der Einsatzleitung festgelegter Bereich, den nur befugte Personen betreten dürfen. Er schützt Betroffene, Einsatzkräfte und Außenstehende vor zusätzlichen Gefahren.
- Absturzsicherung
- Maßnahmen und Ausrüstung zum Schutz von Einsatzkräften in Bereichen mit Absturzgefahr. Dazu gehören unter anderem Auffanggurt, Verbindungsmittel und geeignete Anschlagpunkte.
- AED
- Automatisierter Externer Defibrillator. Ein Gerät, das den Herzrhythmus analysiert und Ersthelfende bei Bedarf sicher durch eine Schockabgabe führt.
- Alarm- und Ausrückeordnung (AAO)
- Örtlich festgelegte Regelung, welche Einheiten und Einsatzmittel bei einem bestimmten Meldebild alarmiert werden. Sie kann abhängig von Tageszeit und Verfügbarkeit variieren.
- Alarmierung
- Benachrichtigung von Einsatzkräften durch die Leitstelle, beispielsweise über Sirene, Funkmeldeempfänger oder eine ergänzende digitale Lösung.
- Angriffstrupp
- Teil einer Löschgruppe oder Staffel. Er rettet insbesondere Menschen aus Gefahren und führt häufig die erste Brandbekämpfung oder technische Maßnahme durch.
- Anleiterbereitschaft
- Vorbereitete Leiterstellung an einem Gebäude, über die ein im Innenangriff eingesetzter Trupp bei einem Notfall gerettet werden kann.
- Atemschutz
- Persönliche Schutzausrüstung mit Atemanschluss und Luftversorgung. Sie schützt Einsatzkräfte in verrauchten oder schadstoffbelasteten Bereichen.
- Atemschutzgeräteträger
- Speziell ausgebildete, medizinisch geeignete Feuerwehrkraft, die umluftunabhängigen Atemschutz tragen darf.
- Atemschutznotfall
- Notlage einer unter Atemschutz eingesetzten Feuerwehrkraft, beispielsweise durch Luftmangel, Verletzung, Orientierungslosigkeit oder technischen Defekt.
- Atemschutzüberwachung
- Erfassung und Kontrolle eingesetzter Atemschutztrupps, insbesondere von Namen, Einsatzzeit, Luftvorrat und Einsatzort.
- Auffanggurt
- Persönliche Schutzausrüstung, die bei Arbeiten mit Absturzgefahr auftretende Fangkräfte auf geeignete Körperbereiche verteilt.
- Außenangriff
- Brandbekämpfung von außerhalb eines Gebäudes oder Gefahrenbereichs. Sie wird gewählt, wenn ein Innenangriff nicht möglich, nicht erforderlich oder zu gefährlich ist.
- AUTO-Regel
- Merkhilfe für die Erkundung nach Verkehrsunfällen: austretende Betriebsstoffe, Unterboden, Tankdeckel und Oberfläche geben Hinweise auf alternative Fahrzeugantriebe.
B
- B-Schlauch
- Druckschlauch mit 75 Millimetern Nenndurchmesser. Er wird meist zur Wasserförderung zwischen Pumpe, Verteiler und größeren Strahlrohren eingesetzt.
- Bahnerdung
- Fachgerechtes Erden einer elektrischen Bahnanlage nach Freigabe durch den zuständigen Betreiber. Es schützt Einsatzkräfte vor gefährlicher Spannung.
- Bereitstellungsraum
- Festgelegter Bereich, in dem Einsatzkräfte und Fahrzeuge geordnet warten, bis die Einsatzleitung sie abruft.
- BOS
- Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, beispielsweise Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Katastrophenschutz.
- Brandabschnitt
- Baulich abgegrenzter Gebäudebereich, der die Ausbreitung von Feuer und Rauch für eine festgelegte Zeit begrenzen soll.
- Brandbekämpfung
- Gesamtheit aller Maßnahmen zum Retten gefährdeter Personen und Tiere sowie zum Eindämmen und Löschen eines Brandes.
- Brandklasse
- Einteilung brennbarer Stoffe: A für feste, B für flüssige oder flüssig werdende, C für gasförmige Stoffe, D für Metalle und F für Speiseöle und -fette.
- Brandlast
- Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung aller brennbaren Stoffe in einem betrachteten Bereich freigesetzt werden könnte.
- Brandmeldeanlage (BMA)
- Technische Anlage, die Brandkenngrößen erkennt und einen Alarm an eine ständig besetzte Stelle oder Leitstelle weiterleiten kann.
- Brandrauch
- Gemisch aus Gasen, Dämpfen und festen Partikeln, das bei einer Verbrennung entsteht. Es ist häufig hochgiftig und kann Sicht sowie Orientierung stark einschränken.
- Brandschutzordnung
- Auf ein Gebäude abgestimmte Regelung zum Verhalten zur Brandverhütung sowie zum richtigen Handeln bei Feuer und Räumung.
- Brandschutztür
- Selbstschließender, feuerhemmender oder feuerbeständiger Abschluss, der Öffnungen in brandabschnittsbildenden Bauteilen schützt. Sie darf nicht unzulässig offengehalten werden.
C
- C-Schlauch
- Druckschlauch mit üblicherweise 42 oder 52 Millimetern Nenndurchmesser. Er wird häufig bei der Brandbekämpfung verwendet.
- CAFS
- Druckluftschaumsystem, das Wasser, Schaummittel und Druckluft zu einem gleichmäßigen Löschschaum mischt.
- CO
- Kohlenmonoxid. Ein farb-, geruch- und geschmackloses giftiges Gas, das unter anderem bei unvollständiger Verbrennung entsteht.
- CO-Warner
- Tragbares Mess- und Warngerät, das Einsatzkräfte vor einer gefährlichen Kohlenmonoxidkonzentration in der Umgebungsluft warnt.
- CSA
- Chemikalienschutzanzug. Gasdichte Schutzkleidung für Einsätze mit gefährlichen Stoffen, die nur von besonders ausgebildeten Kräften getragen wird.
D
- D-Druckschlauch
- Leichter Druckschlauch mit 25 Millimetern Nenndurchmesser, der beispielsweise bei Kleinbränden und Vegetationsbränden eingesetzt werden kann.
- Dekontamination
- Geordnetes Entfernen oder Verringern gefährlicher Verunreinigungen an Menschen, Geräten oder Fahrzeugen.
- Digitalfunk
- Digitales Funknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Es ermöglicht unter anderem Gruppen- und Einzelkommunikation.
- Drehleiter (DLK)
- Hubrettungsfahrzeug mit maschinell betriebenem Leiterpark und Korb. Es dient unter anderem zur Menschenrettung, Brandbekämpfung und technischen Hilfe.
- Druckbelüftung
- Gezieltes Belüften eines Gebäudes mit einem Ventilator, um Rauch und Wärme über eine definierte Abluftöffnung ins Freie zu drücken.
- Druckschlauch
- Flexibler Feuerwehrschlauch, durch den Löschwasser oder ein Wasser-Schaummittel-Gemisch unter Druck gefördert wird.
E
- Einsatzabschnitt
- Räumlich oder fachlich abgegrenzter Teil einer größeren Einsatzstelle mit eigener verantwortlicher Führung.
- Einsatzbereitschaft
- Zustand, in dem Personal, Fahrzeuge und Geräte vollständig verfügbar und ohne vermeidbare Verzögerung einsetzbar sind.
- Einsatzdokumentation
- Nachvollziehbare Aufzeichnung wichtiger Zeiten, Entscheidungen, Kräfte, Maßnahmen und Ereignisse während eines Einsatzes.
- Einsatzleitung
- Stelle, die Maßnahmen, Kräfte und Kommunikation an der Einsatzstelle koordiniert und für den Gesamteinsatz verantwortlich ist.
- Einsatzleitwagen (ELW)
- Fahrzeug mit Kommunikations- und Führungsmitteln, das die Einsatzleitung bei Lageführung, Dokumentation und Koordination unterstützt.
- Einsatznachbereitung
- Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft sowie Reinigung, Prüfung, Dokumentation und gemeinsame Auswertung nach einem Einsatz.
- Einsatzstichwort
- Standardisierte Kurzbezeichnung der Leitstelle für Art und angenommene Größenordnung eines Ereignisses. Daraus ergibt sich die Alarmierung.
- Entstehungsbrand
- Brand in einer frühen Entwicklungsphase, der bei gefahrloser Annäherung möglicherweise noch mit einem geeigneten Kleinlöschgerät bekämpft werden kann.
- Evakuierung
- Organisierte Verlegung von Menschen oder Tieren aus einem gefährdeten Gebiet in einen sicheren Bereich, häufig für einen längeren Zeitraum.
- Ex-Bereich
- Bereich, in dem eine explosionsfähige Atmosphäre vorhanden sein oder entstehen kann. Zündquellen müssen dort besonders konsequent vermieden werden.
- Explosionsgrenze
- Konzentrationsbereich eines brennbaren Stoffes in Luft, innerhalb dessen sich das Gemisch entzünden oder explodieren kann.
F
- Fachberater
- Person mit besonderem Fachwissen, die die Einsatzleitung beispielsweise bei Gefahrstoffen, Bauwerken, Medizin oder anderen Speziallagen berät.
- Feuerbeschau
- Behördliche Überprüfung bestimmter Gebäude und Anlagen auf erhebliche brandschutzbezogene Gefahren. Zuständigkeit und Ausgestaltung richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht.
- Feuerlöscher
- Tragbares Löschgerät für Entstehungsbrände. Das Löschmittel muss zur jeweiligen Brandklasse passen.
- Feuerlöschkreiselpumpe
- Pumpe zur Förderung von Löschwasser. Sie ist fest in vielen Feuerwehrfahrzeugen eingebaut oder als tragbare Pumpe ausgeführt.
- Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV)
- Bundesweit abgestimmte Vorschrift mit einheitlichen Grundlagen für Ausbildung, Einsatz und Organisation der Feuerwehren. Ihre Einführung erfolgt durch die Länder.
- Feuerwehrhaltegurt
- Persönliche Schutzausrüstung zum Halten und Sichern einer Feuerwehrkraft; er ist kein vollständiger Auffanggurt.
- Feuerwehrleine
- Genormte Leine, die unter anderem zum Retten, Sichern oder Hochziehen von Geräten eingesetzt wird.
- Feuerwehrplan
- Für besondere Gebäude vorbereitete Unterlage mit einsatzrelevanten Angaben, beispielsweise Zufahrten, Löschwasserversorgung und Gefahrenbereichen.
- Feuerwehrschlüsseldepot (FSD)
- Gesichertes Behältnis an einem Objekt, über das die Feuerwehr nach einer Alarmierung zerstörungsarmen Zugang erhalten kann.
- First Responder
- Besonders ausgebildete Ersthelfende, die bei medizinischen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes überbrücken. Nicht jede Feuerwehr übernimmt diese Aufgabe.
- Flashover
- Schlagartiger Übergang eines Raumbrandes zur nahezu gleichzeitigen Entzündung aller brennbaren Oberflächen.
- Flucht- und Rettungsplan
- Übersichtsplan eines Gebäudes mit Fluchtwegen, Notausgängen, Sammelstellen und ausgewählten Brandschutzeinrichtungen.
- Fluchthaube
- Atemschutzgerät für die Flucht oder Rettung aus schadstoffbelasteten Bereichen. Bauart und Einsatzgrenzen müssen genau beachtet werden.
- Freiwillige Feuerwehr
- Öffentliche Feuerwehr, deren Einsatzkräfte ihren Dienst überwiegend ehrenamtlich leisten. Sie erfüllt die gesetzlichen Aufgaben der Gemeinde.
- Führungsassistent
- Einsatzkraft, die eine Führungskraft bei Kommunikation, Lagekarte, Dokumentation und Organisation unterstützt.
- Führungskreislauf
- Strukturiertes Vorgehen aus Lagefeststellung, Planung mit Beurteilung und Entschluss sowie Befehlsgebung; die Wirkung wird fortlaufend erneut kontrolliert.
- Funkrufname
- Eindeutige Bezeichnung einer Funkstelle. Sie setzt sich in der Regel aus Organisation, Standort, Fahrzeug- oder Funktionskennung zusammen.
G
- GAMS-Regel
- Merkhilfe für erste Maßnahmen bei Gefahrstoffeinsätzen: Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung durchführen und Spezialkräfte anfordern.
- Gaswarngerät
- Messgerät, das ausgewählte Gase oder Dämpfe erkennt und bei festgelegten Konzentrationen optisch, akustisch und durch Vibration warnt.
- Gefahrgut
- Stoffe oder Gegenstände, von denen beim Transport oder bei Freisetzung besondere Gefahren für Menschen, Umwelt oder Sachwerte ausgehen.
- Gefahrnummer
- Ziffernfolge auf der orangefarbenen Warntafel eines Gefahrguttransportes. Sie gibt Hinweise auf Art und Intensität der vom Stoff ausgehenden Gefahr.
- Gerätehaus
- Standort der Feuerwehr mit Fahrzeughallen, Ausrüstung sowie häufig Schulungs-, Umkleide- und Verwaltungsräumen.
- Gerätewagen (GW)
- Feuerwehrfahrzeug, das besondere Ausrüstung für einen bestimmten Einsatzzweck transportiert, etwa Logistik, Gefahrgut oder Atemschutz.
- Glasmanagement
- Kontrolliertes Entfernen oder Sichern von Fahrzeugscheiben bei einer technischen Rettung, um Verletzungen und eine unkontrollierte Splitterausbreitung zu vermeiden.
- Gruppenführer
- Führungskraft einer taktischen Einheit in Gruppenstärke. Sie erkundet, gibt Einsatzbefehle und trägt Verantwortung für ihre Einheit.
H
- Halligan-Tool
- Mehrzweck-Hebelwerkzeug zum Aufbrechen, Hebeln, Schlagen und Schaffen von Zugängen.
- HLF
- Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Es verbindet umfangreiche Ausrüstung für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung.
- Hohlstrahlrohr
- Strahlrohr mit einstellbarer Durchflussmenge und Strahlform. Es erzeugt einen fein verteilten Sprühstrahl mit guter Kühlwirkung.
- Hubrettungsfahrzeug
- Oberbegriff für Feuerwehrfahrzeuge mit maschinell betriebenem Hubrettungssatz, beispielsweise Drehleiter oder Teleskopmast.
- Hydrant
- Entnahmestelle aus dem öffentlichen Wassernetz. Unterflurhydranten liegen unter einer Straßenkappe, Überflurhydranten sind oberirdisch sichtbar.
- Hydraulisches Rettungsgerät
- Mit Hydraulik betriebenes Gerät wie Schere, Spreizer oder Rettungszylinder, das besonders bei der technischen Unfallrettung eingesetzt wird.
I
- Innenangriff
- Brandbekämpfung im Inneren eines Gebäudes oder einer Anlage, in verrauchten Bereichen üblicherweise unter Atemschutz.
- Integrierte Leitstelle (ILS)
- Gemeinsame Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst, die Notrufe annimmt, Einsätze disponiert und Einsatzmittel alarmiert.
J
- Jugendfeuerwehr
- Jugendorganisation einer Feuerwehr. Sie vermittelt altersgerecht Feuerwehrwissen, Teamarbeit und gesellschaftliches Engagement und bereitet auf den späteren aktiven Dienst vor.
K
- Katastrophenschutz
- Vorbereitung und Abwehr außergewöhnlich großer Gefahren- oder Schadenslagen, bei denen ein koordiniertes Zusammenwirken vieler Stellen erforderlich ist.
- KdoW
- Kommandowagen. Ein Führungsfahrzeug, das meist dem Transport einer Führungskraft und ihrer grundlegenden Führungsmittel dient.
- Kettensäge
- Motorbetriebenes Schneidgerät, das etwa bei Sturmschäden eingesetzt wird. Bedienung und besondere Gefahren erfordern eine entsprechende Ausbildung und Schutzkleidung.
- Kleinlöschgerät
- Handliches Gerät für kleine oder beginnende Brände, beispielsweise Feuerlöscher, Kübelspritze oder Löschdecke.
- Kommandant
- Gewählte oder bestellte Leitung einer gemeindlichen Feuerwehr. In Bayern führt der Kommandant die Feuerwehr und verantwortet ihre Einsatzbereitschaft.
- Kontamination
- Unerwünschte Verunreinigung von Personen, Gegenständen oder Flächen durch gefährliche, biologische oder radioaktive Stoffe.
- Kreisbrandinspektor (KBI)
- Kreisbrandinspektion zugehörige Führungskraft, die den Kreisbrandrat unterstützt und Aufgaben in einem zugewiesenen Bereich wahrnimmt. Die genaue Organisation ist landesrechtlich geregelt.
- Kreisbrandmeister (KBM)
- Örtliche oder fachliche Führungskraft innerhalb der Kreisbrandinspektion. Aufgaben und Zuständigkeitsbereich werden durch den Kreisbrandrat festgelegt.
- Kreisbrandrat (KBR)
- Leiter der Kreisbrandinspektion in einem bayerischen Landkreis und oberste feuerwehrfachliche Führungskraft auf Landkreisebene.
- Kuppeln
- Dichtes Verbinden von Schläuchen, Armaturen und Geräten mithilfe genormter Feuerwehrkupplungen.
L
- Lagekarte
- Grafische Darstellung einer Einsatzlage mit Schadensgebiet, Gefahren, Kräften, Einsatzabschnitten und wichtigen Einrichtungen.
- Leitender Notarzt (LNA)
- Ärztliche Führungskraft bei größeren medizinischen Schadenslagen. Sie legt medizinische Schwerpunkte fest und koordiniert die ärztlichen Maßnahmen.
- Leitstelle
- Ständig besetzte Stelle, die Notrufe entgegennimmt, Einsätze disponiert, Kräfte alarmiert und den Funkverkehr unterstützt.
- Löschangriff
- Systematischer Aufbau der Wasserversorgung und Löschmittelabgabe vom Fahrzeug oder einer Wasserentnahmestelle bis zum Strahlrohr.
- Löschdecke
- Decke zum Ersticken kleiner Entstehungsbrände. Bei brennendem Speiseöl stehen Eigenschutz, Abschalten der Wärmequelle und ein geeigneter Feuerlöscher im Vordergrund.
- Löschfahrzeug
- Feuerwehrfahrzeug, dessen Hauptzweck die Brandbekämpfung ist und das dafür Pumpe, Schläuche, Armaturen und weitere Ausrüstung mitführt.
- Löschgruppe
- Taktische Einheit aus Gruppenführer, Maschinist, Melder sowie Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp; regulär neun Einsatzkräfte.
- Löschmittel
- Stoff, der einen Brand durch Kühlen, Ersticken, Trennen oder chemische Hemmung löscht. Beispiele sind Wasser, Schaum, Pulver und Kohlendioxid.
- Löschstaffel
- Taktische Einheit aus Staffelführer, Maschinist sowie Angriffs- und Wassertrupp; regulär sechs Einsatzkräfte.
- Löschwasserbehälter
- Künstlich angelegter Wasservorrat, der dort Löschwasser bereitstellt, wo das Leitungsnetz nicht genügt.
- Löschwasserentnahmestelle
- Sammelbegriff für Hydranten, Löschteiche, Behälter, Brunnen oder offene Gewässer, aus denen die Feuerwehr Wasser bezieht.
- Löschzug
- Taktische Einheit aus mehreren Fahrzeugen und Einheiten unter Führung eines Zugführers. Seine genaue Zusammensetzung richtet sich nach Aufgabe und örtlicher Planung.
M
- Maschinist
- Einsatzkraft, die das Feuerwehrfahrzeug fährt und insbesondere Pumpen, Aggregate oder weitere fest eingebaute Geräte bedient.
- Mayday
- International gebräuchlicher Notruf im Sprechfunk. Im Atemschutzeinsatz kennzeichnet er eine akute Notlage, die sofortige Rettungsmaßnahmen erfordert.
- Mehrgasmessgerät
- Tragbares Gerät, das mehrere Gase gleichzeitig überwacht, beispielsweise Sauerstoff, Kohlenmonoxid sowie brennbare oder weitere giftige Gase.
- Mehrzweckstrahlrohr
- Strahlrohr mit den Schaltstellungen Vollstrahl, Sprühstrahl und geschlossen. Moderne Hohlstrahlrohre erlauben feinere Einstellungen.
- Meldeempfänger
- Tragbares Alarmierungsgerät, das Einsatzkräfte bei einer Alarmierung akustisch und meist auch per Textanzeige benachrichtigt.
- Melder
- Funktion innerhalb einer Löschgruppe. Der Melder unterstützt den Gruppenführer insbesondere bei Informationsübermittlung, Erkundung und besonderen Aufgaben.
- MLF
- Mittleres Löschfahrzeug. Genormtes Löschfahrzeug mit Staffelbesatzung, Pumpe, Löschwasserbehälter und Ausrüstung für grundlegende Feuerwehraufgaben.
- MTW
- Mannschaftstransportwagen. Fahrzeug zum Transport von Einsatzkräften und kleinerer Ausrüstung.
- MZF
- Mehrzweckfahrzeug. Es wird abhängig von der örtlichen Ausstattung für Mannschaftstransport, Führungsunterstützung und kleinere Logistikaufgaben genutzt.
N
- Nachlöscharbeiten
- Kontrolle und Ablöschen verbliebener Glutnester nach der eigentlichen Brandbekämpfung, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
- Notdekontamination
- Sofortmaßnahme zur schnellen Verringerung einer gefährlichen Verunreinigung, wenn die reguläre Dekontamination nicht rechtzeitig bereitsteht.
- Notfalltüröffnung
- Dringendes Öffnen einer verschlossenen Tür, wenn hinter ihr eine hilflose Person oder eine andere konkrete Gefahr vermutet wird.
- Notruf 112
- Europaweit einheitliche, kostenfreie Rufnummer für Feuerwehr und Rettungsdienst. Wichtig sind Ort, Ereignis, Betroffene und das Warten auf Rückfragen.
O
- Ölbindemittel
- Material zum Aufnehmen ausgelaufener Öle oder anderer Flüssigkeiten. Auswahl, Anwendung und Entsorgung richten sich nach Stoff und Einsatzort.
- Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgL)
- Nichtärztliche Führungskraft des Rettungsdienstes bei größeren Schadenslagen. Sie koordiniert Personal, Fahrzeuge und organisatorische Abläufe.
- Ortsfeste Löschanlage
- Fest in einem Gebäude oder einer Anlage installierte Einrichtung, die einen Brand selbsttätig oder nach Auslösung bekämpft, beispielsweise eine Sprinkleranlage.
P
- PA
- Kurzbezeichnung für Pressluftatmer. Das umluftunabhängige Atemschutzgerät versorgt die Einsatzkraft über eine Druckluftflasche mit Atemluft.
- PSA
- Persönliche Schutzausrüstung. Dazu gehören je nach Tätigkeit unter anderem Schutzanzug, Helm, Handschuhe, Stiefel und ergänzende Spezialausrüstung.
R
- Räumung
- Kurzfristiges Verlassen eines gefährdeten Gebäudes oder Bereichs. Personen begeben sich dabei in einen sicheren Bereich oder zu einer Sammelstelle.
- Rauchmelder
- Warngerät, das Rauch erkennt und Personen mit einem lauten Signal frühzeitig auf einen möglichen Brand aufmerksam macht.
- Rauchschutzvorhang
- Mobiler Vorhang, der in einer Türöffnung angebracht wird und die Ausbreitung von Brandrauch begrenzen kann.
- Rettungsgasse
- Freier Korridor zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrstreifen bei stockendem Verkehr auf Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen.
- Rettungsschere
- Hydraulisches Schneidgerät zum Durchtrennen geeigneter Fahrzeug- oder Metallteile bei der technischen Rettung.
- Rettungszylinder
- Hydraulisches Rettungsgerät zum kontrollierten Auseinanderdrücken oder Stabilisieren von Bauteilen über eine größere Distanz.
- Riegelstellung
- Löschmaßnahme zum Schutz noch nicht brennender Gebäudeteile oder benachbarter Objekte vor Wärme und Brandausbreitung.
- Rollcontainer
- Beweglicher Ladungsträger, auf dem zusammengehörige Geräte und Materialien schnell und flexibel transportiert werden können.
- Rüstholz
- Stabile Holzbauteile zum Unterbauen, Abstützen oder Sichern von Lasten und Unfallfahrzeugen.
- Rüstwagen (RW)
- Feuerwehrfahrzeug mit umfangreicher Ausrüstung für technische Hilfeleistung, beispielsweise bei Verkehrsunfällen oder schweren Lasten.
S
- Sammelplatz
- Vorab festgelegter sicherer Ort, an dem sich Personen nach einer Räumung oder Evakuierung einfinden und erfasst werden.
- Saugkorb
- Armatur am Ende einer Saugleitung. Sie hält größere Fremdkörper zurück und besitzt meist ein Rückschlagorgan, das das Entleeren der Leitung vermindert.
- Saugleitung
- Formstabile Schlauchleitung, durch die eine Pumpe Wasser aus einem offenen Gewässer oder Behälter ansaugt.
- Schaummittel
- Konzentrat, das mit Wasser und Luft Löschschaum bildet. Auswahl und Einsatz richten sich nach Brandstoff und Umweltanforderungen.
- Schaumrohr
- Strahlrohr, das Wasser-Schaummittel-Gemisch mit Luft verschäumt und als Löschschaum abgibt.
- Schlauchbrücke
- Vorrichtung, die über auf der Fahrbahn liegende Schläuche gelegt wird und deren vorsichtiges Überfahren ermöglicht.
- Schlauchhaspel
- Drehbare Vorrichtung am Fahrzeug zum geordneten Transport und schnellen Verlegen von Druckschläuchen.
- Schlauchtrupp
- Teil einer Löschgruppe. Er stellt unter anderem Schlauchleitungen her und unterstützt beim Aufbau von Geräten.
- Schneidgerät
- Sammelbegriff für Geräte zum Trennen von Materialien, beispielsweise hydraulische Rettungsschere, Trennschleifer oder Sägen.
- Schnellangriff
- Fest am Löschfahrzeug vorbereitete Einrichtung, mit der bei geeigneten Lagen besonders schnell Löschwasser abgegeben werden kann.
- Schornsteinbrand
- Brand von Ablagerungen in einem Schornstein. Betroffene sollen die Feuerwehr rufen, Feuerstätten außer Betrieb nehmen und niemals Wasser in den Schornstein geben.
- Schutzkleidung
- Auf die jeweilige Gefahr abgestimmte persönliche Schutzausrüstung. Die normale Feuerwehrschutzkleidung schützt nicht vor jeder Chemikalie, Hitze oder Absturzgefahr.
- Schwerer Atemschutz
- Umluftunabhängiger Atemschutz, meist mit Pressluftatmer, für Bereiche, in denen die Umgebungsluft nicht sicher atembar ist.
- Sicherheitstrupp
- Atemschutztrupp, der bereitsteht, um bei einem Atemschutznotfall unverzüglich Hilfe zu leisten.
- Sicherheitswache
- Bereitgestellte Feuerwehrkräfte bei Veranstaltungen oder besonderen Gefahren, um Brände früh zu erkennen und notwendige Erstmaßnahmen einzuleiten.
- Sirenensignal
- Akustisches Warn- oder Alarmzeichen. Die genaue Bedeutung hängt von Signalfolge und örtlichen Regelungen ab; amtliche Hinweise sind zu beachten.
- Spreizer
- Hydraulisches Rettungsgerät zum Auseinanderdrücken, Öffnen oder kontrollierten Bewegen von Bauteilen, häufig bei Verkehrsunfällen.
- Sprühstrahl
- In Tropfen aufgefächerter Wasserstrahl mit hoher Kühlwirkung. Strahlbreite und Tropfengröße hängen vom verwendeten Strahlrohr ab.
- Sprungretter
- Aufblasbares Rettungsgerät, das in besonderen Notlagen einen Sprung aus begrenzter Höhe auffangen kann. Es wird ausschließlich durch ausgebildete Einsatzkräfte eingesetzt.
- Staffel
- Taktische Einheit aus Staffelführer und fünf weiteren Einsatzkräften. Sie ist kleiner als eine Gruppe.
- Staffelführer
- Führungskraft einer taktischen Einheit in Staffelstärke. Sie erkundet, erteilt Aufträge und trägt Verantwortung für die Staffel.
- Standrohr
- Armatur, die auf einen Unterflurhydranten gesetzt wird und Anschlüsse zur Löschwasserentnahme bereitstellt.
- Strahlrohr
- Armatur am Ende einer Schlauchleitung, mit der Löschmittelmenge und Strahlform gesteuert werden.
- Stützkrümmer
- Armatur, die Rückstoßkräfte eines B-Strahlrohres auf den Boden ableitet und dessen Bedienung mit weniger Personal ermöglicht.
T
- Teleskopmast (TM)
- Hubrettungsfahrzeug mit teleskopierbarem oder gelenkigem Ausleger und Rettungskorb.
- TETRA
- Technischer Standard, auf dem der deutsche BOS-Digitalfunk basiert. Er unterstützt sichere Gruppenkommunikation und weitere betriebliche Funktionen.
- THL
- Technische Hilfeleistung. Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren, die nicht primär durch Brand entstehen, etwa nach Unfällen, Unwettern oder bei eingeklemmten Personen.
- TLF
- Tanklöschfahrzeug. Löschfahrzeug mit fest eingebautem Löschwasserbehälter und Feuerlöschkreiselpumpe.
- Tragkraftspritze (TS)
- Transportable Feuerlöschkreiselpumpe, die unabhängig vom Fahrzeug an einer Wasserentnahmestelle eingesetzt werden kann.
- Trennschleifer
- Motorbetriebenes Gerät mit schnell rotierender Trennscheibe zum Schneiden geeigneter Metalle, Steine oder anderer Werkstoffe.
- Trupp
- Kleinste taktische Einheit der Feuerwehr, in der Regel aus Truppführer und Truppmann bestehend.
- TSF
- Tragkraftspritzenfahrzeug. Kleines Löschfahrzeug mit Staffelbesatzung, tragbarer Pumpe und Ausrüstung für eine Löschgruppe, jedoch ohne fest eingebauten Löschwasserbehälter.
- TSF-W
- Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser. Es besitzt zusätzlich einen Löschwasserbehälter und ermöglicht dadurch eine begrenzte erste Wasserabgabe.
- Türöffnung
- Öffnen einer verschlossenen oder blockierten Tür mit möglichst geringem Schaden. Eine rechtliche oder konkrete gefahrenbedingte Grundlage muss vorliegen.
U
- Überdruckbelüfter
- Mobiler Ventilator, der einen Luftstrom und leichten Überdruck erzeugt, um Rauch kontrolliert aus Gebäuden zu verdrängen.
- UN-Nummer
- Vierstellige internationale Kennnummer für gefährliche Stoffe oder Stoffgruppen. Sie steht bei kennzeichnungspflichtigen Transporten auf der orangefarbenen Warntafel.
- Unterflurhydrant
- Im Boden eingebauter Hydrant unter einer Straßenkappe. Ein Hinweisschild nennt Lage und Entfernung.
V
- Vegetationsbrand
- Brand von Gras, Feld, Heide, Moor oder anderer Vegetation. Wind, Trockenheit, Gelände und eingeschränkte Wasserversorgung beeinflussen seine Ausbreitung stark.
- Verkehrsabsicherung
- Maßnahmen zum Schutz einer Einsatzstelle im Straßenverkehr, beispielsweise Warnleuchten, Leitkegel, Fahrzeuge und ausreichender Sicherheitsabstand.
- Verteiler
- Armatur, die eine ankommende Schlauchleitung auf mehrere abgehende Leitungen verteilt und einzeln absperrbar macht.
- Vierteilige Steckleiter
- Tragbare Feuerwehrleiter aus vier zusammensteckbaren Teilen. Sie kann abhängig von Aufbau und Einsatzgrundsätzen verschiedene Rettungs- und Arbeitsstellen erreichen.
- Vollstrahl
- Gebündelter Wasserstrahl mit großer Reichweite und mechanischer Wirkung, aber geringerer Wärmeaufnahme und größerem Wasserschadenrisiko als Sprühstrahl.
W
- Wärmebildkamera
- Kamera, die Temperaturunterschiede sichtbar macht. Sie hilft unter anderem bei Personensuche und Glutnestkontrolle, ersetzt aber keine Erkundung.
- Wärmestrahlung
- Übertragung thermischer Energie ohne direkten Stoffkontakt. Bei Bränden kann sie Menschen gefährden und benachbarte Gegenstände entzünden.
- Wärmeübertragung
- Ausbreitung von Wärme durch Leitung, Strömung oder Strahlung. Sie kann dazu führen, dass sich ein Brand auf benachbarte Bereiche überträgt.
- Waldbrand
- Vegetationsbrand in einem Waldgebiet. Bodenfeuer, Kronenfeuer, Wind, Gelände und schwer erreichbare Wasserentnahmestellen stellen besondere Anforderungen.
- Wasserentnahme offenes Gewässer
- Förderung von Löschwasser aus beispielsweise Fluss oder Teich über Saugleitung, Saugkorb und Feuerlöschkreiselpumpe.
- Wasserförderung über lange Wegstrecke
- Förderung von Löschwasser über eine größere Entfernung mit langen Schlauchleitungen und gegebenenfalls mehreren hintereinander eingesetzten Pumpen.
- Wasserschaden
- Schaden durch unkontrolliert austretendes Wasser, etwa nach Rohrbruch, Unwetter oder Löscharbeiten. Die Feuerwehr wehrt akute Gefahren ab, ersetzt aber keine Fachfirma.
- Wassertrupp
- Teil der Löschgruppe. Er stellt zunächst die Wasserversorgung her und übernimmt anschließend weitere Aufgaben nach Auftrag.
- Wechselladerfahrzeug (WLF)
- Trägerfahrzeug, das austauschbare Abrollbehälter mit spezieller Ausrüstung aufnehmen, transportieren und absetzen kann.
- Werkfeuerwehr
- Staatlich anerkannte oder angeordnete Feuerwehr eines Unternehmens oder einer Einrichtung für deren besondere Risiken.
Z
- Zug
- Taktische Einheit aus mehreren Einheiten, üblicherweise unter Leitung eines Zugführers. Seine Zusammensetzung wird an den Einsatzauftrag angepasst.
- Zugführer
- Führungskraft eines Feuerwehrzuges, die mehrere taktische Einheiten koordiniert und einen Einsatzabschnitt führen kann.
Das Glossar erklärt Begriffe vereinfacht für die Öffentlichkeit. Für Ausbildung und Einsatz gelten die jeweils aktuellen Dienstvorschriften, Lehrunterlagen und örtlichen Regelungen.